Kenia und Ruanda - Teil 1: Kinderheim Kiragana


Am Fuße des Mount Kenia liegt das Kinderheim Kiragana, das Sarah und Andreas mit ihrer Organisation KIDS Kenia e.V. seit 14 Jahren betreiben. Ich habe ausschliesslich herzliche nette Menschen getroffen und aufgeschlossene Kinder, die meinen Spieltrieb herausgefordert haben.

Das Kinderheim beschäftigt 3 „Mamas“ für Hauswirtschaft, eine Sozialarbeiterin, einen Hausmeister/Gärtner, einen Nachtwächter und einen Manager (FC Bayern-Fan) für 28 Kinder. Obwohl es in der Regenzeit wirklich ordentlich runter plattert, reichen die 60.000 Liter Wassertanks nicht immer aus (Wasser aus der Leitung kommt nur sehr sporadisch). Am Ende der letzten Trockenzeit (Ende März) musste seit langer Zeit zum ersten Mal zusätzliches Wasser aus dem nahegelegenen Fluss geholt werden. Die Landschaft ist sehr fruchtbar und es werden fast alle Obstsorten, die man sich vorstellen kann, angebaut. Bekannt ist die Gegend für einen der besten Kaffee der Welt, sowie Tee und Khat - pflückfrisch mit dem Flieger direkt zwischen die Zähne reicher Araber.

Ich bin sehr beeindruckt: das Kinderhaus ist nach vielen Ausbauschritten solide gebaut und die Kinder bekommen einen originalen Eindruck eines kenianischen Zuhause (auf dem Land): Ziegen, Schweine, Hühner und eigener Getreideanbau, um Ugali (Maisbrei) und Porridge zu kochen. Die Kinder aus dem Kinderheim haben sich in der Primary School, die 300m entfernt liegt, zu den Stützen im Unterricht entwickelt, auch weil es einen disziplinierten Tagesablauf gibt und auf Hausaufgaben geachtet wird. Im Umgang mit den Behörden trifft das Kinderheim weiterhin auf die bekannten Korruptionsproblematiken. Kenia erzielt bei der Bewertung der Sauberkeit der öffentlichen Institutionen 30 von 100 Punkten und liegt damit auf einem der hintersten Plätze (Vergleich: Deutschland 80 Punkte, Platz 10, Ruanda 53 Punkte, China 45 Punkte, USA 67 Punkte)

Von den Mädchen, die LilianEducation nach der Primary School (bis Jahrgangsstufe 8) unterstützt, habe ich Caro und Spenda getroffen. Sehr nette Mädchen, aber durchaus etwas zurückhaltend in ihrem Erzähldrang. Caro hat jetzt ihr 3-jähriges IT-Diplom abgeschlossen. Wie in Deutschland auch, wird der Start ins Berufsleben nicht ganz leicht werden und mit einigen unbezahlten Praktika gepflastert sein. Wir drücken die Daumen! Spenda lernt Installateurin - keine wirklich übliche Ausbildung für Mädchen. Gerade deshalb sind wir von LilianEducation, mit unserem Fokus auf technische Berufe und Wissenschaft, darauf bedacht, daß sie durchhält. Bis jetzt macht es ihr auf jeden Fall noch Spaß und sie kommt voran.

Spenda links Spendas Bruder Caro rechts

Als "Special Guest" wurde mir noch die Ehre zuteil einen Baum pflanzen zu dürfen. Ein Makadamia-Baum: Ganz harte Schale und ganz edler Kern. Ganz, ganz herzlichen Dank für eure Gastfreundschaft!








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